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Sonntag, 07. Juni 2009 um 18:13 Uhr

 

100 JAHRE WINTERSPORT IN SPRINGE

 

Die Zeit von 1900 - 1950

In einer kleinen Broschüre aus der Zeit um 1905 mit dem Titel „Das Deistergebirge“ finden wir erste Hinweise: „Besonders sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass Springe auch für den Wintersport gesorgt hat, da im schönsten Teile des Stadtwaldes, am kurzen Ging, nördlich von der Samkechaussee eine 1800 m lange, mit allen Schikanen (Kurven) ausgeführte Rodelbahn angelegt ist. Sie ist vom Bahnhof Springe in zirka 25 Minuten zu erreichen, endet 5 Minuten vom Deistergarten und beginnt 10 Minuten vom Forsthause Köllnischfeld.

An Ort und Stelle befindet sich ein stattliches Blockhaus zu Unterkunft für Rodler und Abgabe von Getränken usw. - Die Bahn selbst ist 7 m breit, liegt inmitten des Waldes vor Wind und Schneegestöber geschützt und hat ein Gefälle von 9-18 %. Vom Auslauf ab werden die Schlitten durch Pferde zum Ausgangspunkte der Bahn gezogen; auch werden Schlitten leihweise an Ort und Stelle verabfolgt”.

 

1907 kamen die ersten Skiläufer. Es waren Hannoveraner, die mit der Straßenbahn bis Barsinghausen fuhren und dann mit ihren damaligen primitiven Schneeschuhen über den Deister nach Köllnischfeld kamen. Aber es dauerte noch etwa 20 Jahre, bis auch die ersten Springer den Skilauf entdeckten. Es waren Mitglieder der beiden Turnvereine, die sich Skier beschafften. Die Ski wurden entweder selbst gebastelt oder von Stellmachern hergestellt. Gelaufen wurde auf den Weiden unterhalb des Deisters in der Nähe der Deisterpforte.

 

Während des Krieges erstarb dann jeder weitere Skilauf. Vorhandene Ski mussten abgegeben werden. Nach dem Ende des Krieges wurde in der Jugendherberge ein von der Wehrmacht angelegtes Skilager entdeckt. Diese Ski wurden von der Springer Jugend schnell organisiert und dann im Winter 1946 ausprobiert.

 

Die Zeit nach 1950

 

Gründung des Ski-Clubs Springe am 11. Oktober 1953

Die schlimmsten Folgen des zweiten Weltkrieges waren Anfang der fünfziger Jahre beseitigt. Es ging wirtschaftlich wieder aufwärts. Man konnte sich wieder etwas leisten. Neue Ski wurden im Handel angeboten. Die vertriebenen Schlesier, die den Skilauf bereits aus dem Riesengebirge kannten, waren inzwischen in Springe integriert und haben mit ihren Erfahrungen wesentlich zur Entwicklung des Skilaufes beigetragen.

So war es auch der aus dem Riesengebirge stammende Mittelschullehrer Günter Galler, auf dessen Initiative am 11. Oktober 1953 der Ski-Club Springe gegründet wurde. Gleichzeitig wurde er auch zum ersten Vorsitzenden gewählt. 1959 folgte Arno Rose, der bis Juni 2009 50 Jahre lang ununterbrochen 1. Vorsitzender des Clubs war. Er ist von Kai Greten beerbt worden.

 

Die Skiwiese am Kurzen Ging

Erste Priorität nach der Gründung war, um den weiten und mühevollen Weg nach Köllnischfeld zu vermeiden, in Ortsnähe ein geeignetes Gelände für den Skilauf zu finden. Als gut befunden wurde die Weide vor dem Café Waldwinkel. Da auch schon früher nicht immer durchgehend im Winter Schnee lag, wollten wir die Schneetage voll nutzen und bauten bereits 1958 eine allerdings noch primitive Beleuchtungsanlage. Im Winter 1967 wird erstmalig ein privat gekaufter transportabler Skilift eingesetzt. Durch Spenden eines Leuchtenwerkes und Spenden Springer Bürger wird die Beleuchtung der Skiwiese 1969 verbessert. 1970  beginnt der Bau unseres ersten stationären Skiliftes. Die Finanzierung erfolgt durch eine Umlage unserer Mitglieder. Gleichzeitig wird ein Blockhaus für die Antriebstation errichtet. 1971 gründen wir eine Ski-Schule, die inzwischen 27 Übungsleiter hat.

 

Die Waldabfahrt

Neue Lehrmethoden der österreichischen Skischule führten zu wesentlich verbesserter Technik und Sicherheit der Skiläufer. Man wünschte sich jetzt auch eine Abfahrtsstrecke. Dafür bot sich unter Einbeziehung des Kurzen Gings ein in östlicher Richtung abfallendes Waldstück an. Mit Genehmigung der Stadtforst begann dann bereits 1955 der erste zaghafte Ausbau der Waldabfahrt. Durch umfangreiche Eigenleistung der Mitglieder entstand dann in den Folgejahren eine Piste von rund 250 m Länge und durchschnittlich 70 m Breite. Es waren  Jahr für Jahr Bäume zu fällen und das Wurzelwerk zu roden und zu planieren. Auch hier wurde abschließend Flutlicht und ein Schlepplift installiert.

Bei guter Schneelage kann auch ein Teil des Kurzen Gings befahren werden, wodurch die Gesamtlänge auf rund 500 m erweitert werden kann. Ein Großteil unserer Vereins- und Bezirksmeisterschaften wurden hier ausgetragen.

 

Das Skigebiet Steinbruch

1972 ergab sich die Möglichkeit, im stillgelegten Steinbruch auf der ehemaligen Abraumhalde eine neue Skipiste anzulegen. Auf einem aufgeschütteten Skihang mit einem Steilhang wollten wir dem alpinen Skisport neue Impulse geben. Aus dem Neubaugebiet Deisterpforte wurden rund 25.000 cbm Bodenaushub nach den Vorstellungen Arno Roses einplaniert und eingesät. Gleichzeitig wurde auch hier eine Flutlichtanlage und ein Skilift errichtet. Mit dem Bau einer Skihütte und einer Materialhütte wurde diese umfangreiche Baumaßnahme 1998 abgeschlossen.

 

Das Köllnischfelder Langlaufgebiet

1982 wurde unser Langlaufgebiet erschlossen. Es liegt auf einer Höhe von 330 - 375 m zwischen dem Forsthaus Köllnischfeld und dem Ebersberg, überwiegend auf dem Gebiet der Staatsforst. Dieses Gebiet gilt als überwiegend schneesicher. Früher, als die Winter noch Winter waren, hatten wir hier jedes Jahr mindestens vier Wochen eine geschlossene Schneedecke. Drei Loipen von 2, 4 und 6 km Länge bieten Abwechselung und sind auch für Anfänger gut geeignet. Mit Motorschlitten und Spurgerät erfolgt eine maschinelle Präparierung.

 

Unsere Nordic-Walking Strecke

2001 haben wir die neue Trendsportart Nordic Walking in unser Sportprogramm aufgenommen. An drei Tagen in der Woche treffen wir uns am Parkplatz Sophienhöhe und gehen mit Horst Hartmann, der ausgebildeter Nordic Walking Trainer ist, durch den landschaftlich abwechselungsreichen Deister. Hierzu sind auch Gäste und Anfänger herzlich willkommen. Die Strecken zwischen 2-7 km sind bewusst nicht ausgeschildert worden, weil durch zahlreiche Querverbindungen mehrere Variationen möglich sind.

 

Ehrenamtlicher Einsatz und Idealismus

Mit tatkräftigem ehrenamtlichen Einsatz und sehr viel Idealismus hat eine relativ kleine Gruppe von Mitgliedern in unserer 56 jährigen Vereinsgeschichte die alpinen und nordischen Skigebiete geschaffen. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir danken aber auch für die umfassende Hilfe der AEG, der Bison-Werke und für die privaten Spenden Springer Bürger, ohne deren Hilfe wir unsere Sportstätten nicht hätten errichten können. Ebenso gilt unser Dank auch der Stadt Springe, der Landesforst Niedersachsen und dem Landwirt Hartmut Flörke für die Bereitstellung der Wald- und Weideflächen.

 

Die Pflege und Unterhaltung unserer Skigebiete und Anlagen erfordert jährlich einen hohen und ehrenamtlichen Arbeitseinsatz. Als maschinelle Hilfe stehen uns dafür zwei Motorschlitten, ein Rettungsschlitten, ein Loipenspurgerät und ein Agria Einachsmäher zur Verfügung. Die Motorschlitten werden für die Pistenpräparierung und für das Spuren der Loipen eingesetzt. Mit dem Mähgerät werden zweimal jährlich die Abfahrtsstrecken und einmal die Loipe gemäht. Für den Rennlauf verfügen wir eine elektronische Zeitmessanlage und Slalomstangen. Die Skilifte werden alle zwei Jahre vom TÜV technisch geprüft.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20. Dezember 2009 um 19:35 Uhr
 
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